Der verstimmte “Klang der Seele”
In der vergangenen Woche stellte ich an dieser Stelle den Dokumentarfilm Der Klang der Seele vor. Am Freitag erhielt ich von Christoph Bornheimer, einem der Beteiligten, eine Distanzierungserklärung. Auch Cord Meijering, Komponist und Dozent an der Akademie für Tonkunst Darmstadt distanziert sich auf Nachfrage, möchte jedoch nicht öffentlich zitiert werden. Das ist aufgrund seiner pädagogischen Verantwortung durchaus verständlich, trägt jedoch auch nicht zur Erhellung der Situation bei. Kurzum - es geht darum, dass sich die genannten Beteiligten übergangen fühlen. Man sei nicht über den Kinostart informiert worden und kritisiert, dass aus dem Film keine Dokumentation über eine Kompositionsklasse, sondern eher ein Vehikel für Roman Czura (einer der Protagonisten der Dokumentation und pikanterweise der Sohn von Regisseur Marian Czura) geworden sei. Regisseur Czura stellt ebenfalls auf Nachfrage in einer Erklärung die Situation wiederum anders dar: “Jeder der Teilnehmer hatte nach bereits vorliegendem Rohschnitt die Möglichkeit den Film zu sichten, seine Meinung sagen und Wünsche äußern.” Die Fronten scheinen jedenfalls reichlich verhärtet - offenbar eine Ursache mangelnder Kommunikation. Man möchte allen Beteiligten also empfehlen, sich noch einmal zusammenzusetzen. Vielleicht lässt sich ja auf solche Weise der ein oder andere Punkt klären. Der Zuschauer mag sich in einem der wenigen Kinos, in denen Der Klang der Seele gezeigt wird ein Urteil bilden. Oder auch nicht.



