Die Kalifornierin Alela Diane wird jetzt auch bei uns ganz langsam bekannt. Zeit wird’s und vielleicht liegt es ja auch ein ganz klitzekleines bisschen daran, dass ich sie schon mehrfach hier präsentiert habe. Wie auch immer - jedenfalls ist sie gerade auf Deutschland- bzw. Europatour und somit besteht beste Gelegenheit, die Dame endlich auch einmal zur Musikerin der Woche zu küren.
Im vergangenen Jahr hatte ich das Projekt von Florian von Westerholt schon einmal kurz vorgestellt, jetzt ist der Dokumentarfilm fertig: In “Uwe geht zu Fuß” porträtiert Westerholt Uwe Pelzel, Jahrgang 1943 und einer der ältesten Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland. Uwe lebt in der 8.500-Seelen-Gemeinde Heikendorf an der Kieler Förde und ist und war dort Betreuer des Fußballvereins, Schauspieler der Theatergruppe, Namensgeber des Uwe-Pelzel-Tennis-Cups, spielte Tischtennis, Brass-Band-Dirigent, Löffelträger der Altheikendorfer Knochenbruchgilde, Kassierer beim Rassegeflügelzuchtverein und ein bekanntermaßen guter Tänzer.
Ich hatte Gelegenheit, den Film bereits zu sehen und Westerholt gelingt es tatsächlich auf eindrucksvolle Weise, so etwas wie eine gelebte Utopie zu zeigen. Manchmal vielleicht mit allzu positiv verklärendem Blick, aber andererseits geht es gerade darum: Zu verdeutlichen, was verloren geht, wenn Menschen, die nicht den gängigen Normvorstellungen unserer Gesellschaft entsprechen, versteckt oder in spezialisierte Einrichtungen ausgegliedert werden. Uwe in seiner Gemeinde Heikendorf ist das eindrucksvolle Beispiel für ein ganz selbstverständlich gelebtes gemeinschaftliches Leben ohne Vorbehalte.
“Uwe geht zu Fuß” hat am 3. Juni im Metro-Kino in Kiel Premiere, eine zweite Vorstellung ist für den 4. Juni angesetzt. Anschließend ist der Film auch bei Amazon als DVD erhältlich. Einige Trailer sind bei Vimeo zu sehen. Absolut sehenswert!
Eine schöne Idee hatten die Herrschaften von film.com: Die haben prompt mal die 50 subjektiv besten Filmmonologe gelistet, d.h. großartige Performances und häufig noch großartigere Drehbuchzeilen.
Was gibt es derzeit besseres als Musik, die unverwechselbar nach Sonne klingt? Die spanische Latinrockband Jarabe de Palo, 1997 in Barcelona gegründet, ist derzeit auf Deutschlandtour und bietet genau das: Großartig flockig-melancholische Songs mit sympathischer Erdung, die eben gerade nicht nach Stranddisco, sondern eher nach Cabriofahrt im Hinterland klingen.
“Im Grunde beginnt die Wildnis hinter jedem Gartenzaun, und wenn wir mit Respekt in diese Wildnis hineingehen, verstehen wir auch, dass wir eine innere Entsprechung zu jeder Gegend in uns tragen.”
Der Dokumentarfilmer German Kral hat eine Gruppe von argentinischen Tangosängern in und um ihr Stammlokal in Buenos Aires über einen Zeitraum von beinahe zehn Jahren begleitet und daraus eine bewegende Hommage an den Tango und seine Protagonisten geschaffen - fernab touristischer Sehnsuchtsbilder und vielleicht gerade deshalb so überzeugend.
Dass Christoph Schlingensief seit seiner Lungenkrebs-Diagnose Anfang 2008 sehr offensiv mit seiner Krankheit um- und in die Öffentlichkeit geht, mag manchmal irritierend sein, verdient aber allemal Respekt.
“Dieses Projekt will Leute zusammenbringen, die erst vor kurzem erfahren haben, dass bei ihnen Krebs oder ALS diagnostiziert worden ist.
In Zusammenarbeit mit den Patienten und ihren Angehörigen soll hier eine Plattform entstehen auf der wir Erkrankten gemeinsam, mit Unterstützung unserer Freunde, daran arbeiten können, unsere Autonomie zu bewahren.
Es kann nicht nur darum gehen, allein „hart“ und „erbarmungslos“ gegen die Erkrankung vorzugehen – es muss auch darum gehen, weiterhin als Mensch wahrgenommen zu werden, sich im Lauf der Krankheit einen Raum und eine Stimme zu bewahren.
Wir, die geschockten Patienten, helfen uns gegenseitig nach der Diagnose Fuß zu fassen und nicht aufzugeben!”
Erfreulich, dass die Münchner Band Rosalie & Jakob, hier schon vor geraumer Zeit präsentiert, so nach und nach auf diversen Pfaden in die Öffentlichkeit gerät. Mittlerweile ist auch der Online-Focus auf das Trio aufmerksam geworden und bringt mehrere Videos samt Interview auf der Gästeliste. Der nächste Live-Termin ist ihr regelmäßiger Abend “Zur schönen Aussicht” am 19. Juni im Münchner Volkstheater.
The Kat Cosm haben Jana Plewa und Sebastian Skalei leicht verschroben ihr musikalisches Duo benannt. Irgendwie ganz passend zum Sound, der sich zwischen innerlichem Akustikgezupfe und fantasievoll austarierten Klangräumen auf angenehme Weise ganz unambitioniert gibt. Am Sonntag, den 17. Mai geben die beiden eines ihrer raren Konzerte im Berliner ausland . Mit dabei William Tyler (bekannt von Lambchop und den Silver Jews), der unter dem Namen The Paper Hats auftritt.