Let The Beat Build
Nette Idee: Video und Musik in einer Einstellung und einem Livetake.
Nyle mit “Let The Beat Build”:
Nyle “Let The Beat Build” from Nyle on Vimeo.
Nette Idee: Video und Musik in einer Einstellung und einem Livetake.
Nyle mit “Let The Beat Build”:
Nyle “Let The Beat Build” from Nyle on Vimeo.
Wer glaubt, dieser Film sei nur ein Starvehikel für Julia Roberts und Clive Owen, hat die Rechnung ohne den Wirt, bzw. Regisseur gemacht. Tony Gilroy (”Michael Clayton”) hat hier einen brillanten, eleganten und, ja auch romantischen Thriller mit mindestens dreifach doppeltem Boden inszeniert, der bis zur letzten Minute voller kleiner, gemeiner Überraschungen steckt und das Genre des Agentenkrimis mit der nötigen satirischen Distanz angeht. Es ist eine Pracht, die beiden Hauptakteure bei ihrem Verwirrspiel um den halben Globus beobachten zu können, zumal ihnen Gilroy ein bis in die letzte Nebenrolle brillantes Ensemble zur Seite stellt. Der komplexen Handlung zu folgen, ist eine nette Herausforderung - zum ersten Mal seit langem muss man sich als Zuschauer von einem Hollywood-Blockbuster nicht unterfordert fühlen. Und mal ehrlich: Wer hat seine Protagonisten am Ende schon mal so charmant auf dem Trockenen sitzen lasssen wie Gilroy in diesem Film?
Nach der gestrigen Münchner Pressevorführung von J.J. Abrams Star Trek (Start am 7. Mai) lässt sich mit Gewissheit sagen, dass der Mythos erstaunlich munter weiterlebt. Womit übrigens auch bewiesen wäre: Ein guter Film braucht keine Sperrfristen. In Kürze mehr…
Keine Lust mehr, den Mutanten Google zu füttern - deshalb fliegen ab sofort die Adsense-Anzeigen auf dieser Seite raus und der Cultpilot ist somit werbefrei!
Wieder was nicht mitgekriegt: Seit ein paar Jahren musiziert Neneh Cherry (ja, die gibt es noch) im Familienverbund mit ihrem Mann, ihrer Tochter und deren Freund unter dem Bandnamen CirKus munter vor sich hin. Der musikalische Kosmos wird weitgehend durch die Koordinaten dessen abgesteckt, was mal unter dem Namen Trip Hop geläufig war - und ein Fehler ist das nicht. Denn die Songs von CirKus haben genug Substanz und Power, wirken zuweilen erfrischend verschroben und kantig. So muss älter werden Spaß machen…
Manchmal kommt das vor. Da landet eine neue Platte im Briefkasten, man hört kurz rein - ach ja, Piano Frauenstimme, jazzig leicht - das Übliche. Stoptaste. Ein paar Tage später stellt man fest, dass diese Frauenstimme doch nicht so einfach aus dem Kopf zu kriegen ist. Also noch ein Versuch. Diesmal bis zur Hälfte, schon mehr angetan, aber immer noch nicht ganz überzeugt. Wieder ein paar Tage später dann noch ein Versuch - und diesmal läuft die Platte dann gleich zwei Mal hintereinander durch und seitdem noch öfter. Es handelt sich um das Album “My Heart Would Have A Reason” der norwegischen Jazzsängerin Inger Marie Gundersen, eingespielt von einer hochkarätigen Band um Produzent und Gitarrist Geog Wadenius, zu der unter anderem auch der brillante Trompeter Mathias Eick gehört. Eine balladeske Sammlung von vorwiegend Coverversionen mehr oder weniger bekannter Songs. Manchmal klingt das auf Anhieb fast ein bisschen beliebig, aber nach und nach wird die Stärke von Gundersens Gesang deutlich - weniger ist hier mehr, und das kunstvolle Spiel der seelenvollen Phrasierung beherrscht diese Dame perfekt. Am besten kommt das dort zum Tragen, wo sich das Cover möglichst weit vom Original entfernt, we z.B. bei Bob Marleys “Turn Your Lights Down Low”. Dass die Norwegerin auf ihrem neuen Album ausschließlich englisch singt, stört nicht und wirkt authentisch - wenn man über ein paar eigenwillige Betonungen beim Opener “Some Things Never Change” absieht. Das gesamte Klangbild ist trotz der melancholischen Grundstimmung erstaunlich abwechslungsreich und klebt nicht sklavisch am dominanten Piano, sondern lässt auch gerne mal Wadenius’ fein gezupfter Gitarre den Vortritt. Natürlich vor allem auch eine schöne Platte für den nahenden Sommer…
Im Vorfeld der Pressevorführungen zu “X-Men Origins: Wolverine” (Start am 29.04.) versucht der Fox-Verleih, mal ganz ordentlich zu knebeln. Filmjournalisten sollen eine Sperrfristerklärung (Frist bis 27.04.) unterzeichnen, in der untersagt wird, die eigene Meinung nicht vor Termin an Dritte weiterzugeben. De facto hieße dies: Kein Wort zu niemand, sei es die Redaktion oder engste Freunde. Das Dokument ist hier einzusehen. Das ist die unrühmliche Spitze an versuchter Einflussnahme und an dümmlicher Dreistigkeit wohl kaum noch zu überbieten. Die blanke Angst vor schlechter Presse? Ich hoffe auf eifrige Berichterstattung in sämtlichen Medien über diese zweifelhafte Praxis und leere Pressevorführungen.
via Telepolis, Dorin Popa
Adrien Brody, Jeffrey Wright und Beyonce Knowles spielen die Hautrolle in diesem manchmal holprigen, aber stets unterhaltsamen Streifen, der im Chicago der 50er Jahre den Spuren einiger Rock- und Bluesgrößen jener Zeit wie z.B. Muddy Waters, Chuck Berry oder Etta James folgt. Sex, Crime und jede Menge guter Musik aus dem Umkreis des legendären Chess Records - Labels, dazu ein famos aufspielendes Schauspielerensemble.
Mal ein ganz heißer Fernsehtipp: Das ZDF sendet heute um 20.15 den Krimi “Kommissar Süden und der Luftgitarrist”, die zweite Verfilmung eines Romans aus Friedrich Anis großartiger Süden-Reihe. Dominik Graf hat Regie geführt. Da auch das ZDF dem Quotenblödsinn verfallen ist, bleibt zu hoffen, dass auch noch weitere Romane adaptiert werden - pustet hier doch endlich mal ein erfreulich frischer Wind in die sonst immergleiche Fernsehkrimisoße.
Nicht dass das überraschend käme, aber auf ihrem nunmehr vierten Album mit dem Titel “Lost Channels” ist die kanadische Band um Tony Dekker endlich dort gelandet, wo sie wohl schon immer hin wollte. Die Songs sind nahezu perfekt ausbalanciert, versinken nicht in Schwermut und bleiben trotzdem jederzeit elegisch, und das schwebende, zuweilen gespenstische Klangbild besitzt jenes Maß von Versponnenheit, um die betörenden Melodien nicht in beliebiges Roots-Gedudel vertröpfeln zu lassen. Das ist wirklich frühlingshaft frische Luft für die Gehörgänge, ohne dass die Patina des Winters ganz verdrängt wäre.
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