Herbert Achternbusch wird 70. Erst am 23.11. - aber schon am Samstagabend huldigt der Bayerische Rundfunk dem einzigartigen Filmemacher, Literaten und Maler mit einer Auswahl von Filmen.
Den Anfang macht um 21.45h Andi Niessners Dokumentation “Achternbusch”, die bereits beim Filmfestival in Hof erfolgreich gezeigt wurde. Niessner kommt dem sperrigen Künstler ungewöhnlich nahe, lässt ihn über das “Upperclassgezwitscher” seiner ehemaligen Weggefährten Margarethe von Trotta und Volker Schlöndorff schwadronieren, entlockt ihm aber auch einiges über sein Kunstverständnis und begleitet ihn auf gewohnten Wegen rund um seine Wohnung in der Münchner Innenstadt. Dass Achternbusch nichts von seiner Gedankenfrische und Fähigkeit zur Provokation eingebüsst hat, wird deutlich - aber auch die Wunden, die sich über die Jahrzehnte in seine Existenz geschlagen haben, bleiben nicht versteckt. Das ist dann auch die eigentliche Qualität des Films - dass er zum durchaus bewegenden Dokument eines Künstlerlebens wird. Am offensten und ehrlichsten in den Passagen über seine Liebe zur Bierbichler-Schwester Anamirl, am vitalsten mit Tochter Naomi. Auch Josef Bierbichler kommt zu Wort - und bringt ein bisschen Klarheit in das Ende einer Freundschaft.
Weiter geht der Abend dann um 23.15h mit Achternbuschs Erstling “Das Andechser Gefühl” von 1975 und “Servus Bayern”, seinem vierten Film von 1977, um 0.15h.