Uwe geht zu Fuß
Die erste Preview der Dokumentation “Uwe geht zu Fuß” von Westerholt & Gysenberg. Die Fertigstellung des Films ist für Anfang 2009 geplant:
Preview - Uwe geht zu Fuß (Uwe is walking) from westerholt & gysenberg on Vimeo.
Die erste Preview der Dokumentation “Uwe geht zu Fuß” von Westerholt & Gysenberg. Die Fertigstellung des Films ist für Anfang 2009 geplant:
Preview - Uwe geht zu Fuß (Uwe is walking) from westerholt & gysenberg on Vimeo.
Zeitgleich zum Weltspartag am 31. Oktober startet die neue Dokumentation des Österreichers Erwin Wagenhofer (”We Feed The World”). Der Regisseur folgt dem Weg des Geldes, portraitiert gefeierte Fondsmanager und zeigt die Ausgebeuteten. Er macht Zwischenstation in Steueroasen und folgt den Geldströmen dorthin, wo sie ihre schlimmsten Spuren hinterlassen. Wagenhofers These: “Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise - die wir mit unserem Geld beeinflussen können.”
Ebenfalls ab 30.10. neu im Kino:
Botero - Geboren in Medellin
Dalai Lama Renaissance
Mein Freund aus Faro
Mirrors
Willkommen bei den Sch’tis

In Frankreich ein Star, bei uns nahezu unbekannt: Der französische Liedermacher Francis Cabrel hat mit “Des Roses Et Des Orties” ein neues Album veröffentlicht. Es ist sein bestes seit Jahren und unbedingt zu empfehlen. Wunderlich und unverständlich ist, dass Cabrels Plattenfirma die Alben in Deutschland nahezu unter Geheimhaltung veröffentlicht. So wird man wohl auch weiterhin ins Nachbarland reisen müssen, wenn man eines seiner mitreissenden Livekonzerte erleben möchte.
Überraschung: Grace Jones gibt es auch noch, und ab sofort sogar mit neuer Platte. Das Album “Hurricane” ist jetzt beim Label Wall Of Sound erschienen und klingt fast wie ihre letzten Aufnahmen vor nahezu 20 Jahren. Das liegt sicherlich auch an der Mitwirkung altbekannter Tüftler wie Brian Eno oder dem famosen Groove-Doppel Sly Dunbar und Robbie Shakespeare. Manche jubeln schon über ein “neues Meisterwerk” - aber vielleicht wird da auch nur der Waschzettel der Plattenfirma abgeschrieben. Denn: So frisch, wie man es gerne hätte klingt es dann auch wieder nicht. Durchaus nicht uninteressant, aber die 80er winken mit bleierner Hand, und für ein Revival kommt das eigentlich ein bisschen spät. Merkwürdig auch die altbackenen Kühlschrank-Gitarrensounds. Zur Probe die erste Single “Corporate Cannibal” oder den bei Tonspion kostenlos erhältlichen Titel “This Is” hören.
Dass Schauspieler irgendwann zu Musikern werden, ist nicht selten. Doch haftet solchen Verwandlungen häufig der Hauch des halbherzigen oder hobbyhaften an. Die gebürtige Argentinerin Juana Molina wurde in ihrem Heimatland als Schauspielerin in einer Fernsehserie bekannt und veröffentlichte 1996 ihr erstes, durchaus eigenwilliges Album. Die komplexen Songgebilde bedienen sich aus einer Vielzahl von Einflüssen. Die argentinische Volksmusik ist ihr genauso nah wie Pop und Artrock. Interessant aber ist vor allem der Sound: Molina arbeitet mit Looppedalen, durch die sie ihre Stimme und ihre akustische Gitarre mit dezenter Perkussion verknüpft. Diese ungewohnten Klangwelten finden sich auch auf ihrem neuen Album “Un Dia”. Es ist ihr mittlerweile fünftes, und die Faszination ihrer Musik lässt keineswegs nach. Hier der Titelsong “Un Dia”:
Coralie Cléments neues Album “Toystore”
Nun ja, interessant ist das schon, wie Benjamin Biolays kleine Schwester sich mit jedem Album neu definiert. Auf ihrem Debut “La Salles Des Pas Perdus” aus dem Jahr 2001 gab es geschmeidig produzierten Chanson-Pop mit Bossa-Nova-Klängen, alles schön im schicken Retro-Gewand. Danach auf “Bye Bye Beauté” eine zuweilen eigentümlich anmutende Mixtur aus Indie-Rock und Säuselstimmchen.
Und jetzt “Toystore”. Auf dem Cover posiert Coralie Clément spielerisch mit angebissener Schmollippe und Jeanshemd - “seht her, wie naiv ich bin”, soll das wohl ganz ironisch kokett bedeuten. Dick aufgetragen und dick angespielt auf den Kinderzimmerpop, mit dem sie diesmal überrascht. Als Komponist und Produzent dabei: Bruder Benjamin. Das Instrumentarium rekrutiert sich aus allerlei Kleinigkeiten, von der Farfisa-Orgel über die Taschentrompete bis hin zu Triangel und Xylophon wird alles zum Quäken und Scheppern gebracht, was nicht niet- und nagelfest ist.
Musikalisch bewegt sich etwa die Hälfte der Songminiaturen in verdächtiger Nähe zum Schlendergroove eines Manu Chao, die andere Hälfte macht es sich in der Indie-Kuschelzimmernische bequem. Coralie Cléments Gesang verändert sich kaum. Und das ist nicht unbedingt ein Fehler. Da gibt es nämlich durchaus ein paar pfiffige Songs (”C’est La Vie”, “Le Baiser Permanent”) mit Ohrwurmqualitäten.
Jedoch strapazieren die Produktionsvorgaben mehr als einmal das Nervenkostüm und treiben einen Großteil der Stücke in die Beliebigkeit. Fast immer eine Spur zu kalkuliert, zu witzig gemeint ist das. Somit bleibt leider nach dem Hören der Eindruck zurück, von Coralie Clément auch nach dem dritten Album immer noch nicht viel mehr gehört zu haben als die Ideen eines erfindungsreichen Produzenten.
Er lief schon erfolgreich auf diversen Festivals und startet nun glücklicherweise auch ganz offiziell in den Kinos: Die amerikanische Regisseurin Kelly Reichardt schickt in “Old Joy” zwei Freunde (gespielt von Will Oldham und Daniel London) auf einen Wochenendausflug in die Berge. Minimalistisch und nah am Leben inszeniert, gelingt ihr hier ein treffendes Portrait der Generation 30+, das garnicht schwermütig sondern schön luftig balladesk daherkommt. Überzeugende Darsteller, treffende Dialoge und dazu ein fabelhafter Soundtrack von Yo La Tengo.
Ebenfalls ab 23.20. im Kino:
Ananas Express
Anonyma - Eine Frau in Berlin
La Bohème
Elli Makra
Hidden Heart
High School Musical 3
Nordwand
Die Stadt der Blinden
… das Cultpilot-Mixtape beim Hamburger Webradio Byte.FM. Eine Stunde gute Musik, diesmal moderiert von Sarah Sophia Meyer.
Witterung aufgenommen
