Vorsicht, Hype-Gefahr! Aus New York kommt die junge Band The Virgins mit herrlichem Schrammel-Gitarren-Disco-Postpoprock, der schwerstens die 80er beleiht. Das Debutalbum ist gerade erschienen, an potentiellen Ohrwürmern herrscht kein Mangel. Wie lange das hält - keine Ahung. Aber eine schönere Single als “Private Affair” kann man sich zum Sommer kaum wünschen:
Die Combo Sigur Rós aus Island hat ihr neues Album veröffentlicht. Unter dem wenig eingängigen Titel “Með suð í eyrum við spilum endalaust” verfolgen sie die in den letzten Jahren eingeschlagene Richtung weiter, d.h. weniger Bombast, akustischeres Klangbild, verspielter als auf früheren Alben. Fast schon poppig, aber halt auf die isländische Weise. Das komplette, durchaus gelungene Album kann man hier als Stream hören.
Nicht verpassen: Heute ist das neue Cultpilot-Mixtape auf Byte.FM zu hören. Von 17 bis 18 Uhr gibt es diesmal fast ausschließlich neu erschienene Musik quer durch sämtliche Stilrichtungen, vom Postpunkt von My Federation über Gustavs fröhlich gestimmte Endzeitlieder bis hin zu Marc Ribots jüngsten Gitarrengewittern, und nicht zu vergessen: Die Münchner Neuentdeckung Rosalie & Jakob. Und natürlich noch viel mehr…
Der französische Dokumentarfilmer Nicolas Philibert ist vor ein paar Jahren durch die anrührende Studie “Sein und Haben” über eine Zwergenschule in der Provinz bekannt geworden. In seinem neuen Film kehrt er in ein Dorf in der Normandie zurück, in dem er vor dreißig Jahren als Regieassistent Dreharbeiten zur einem Historienfilm von René Allio begleitete, der auf einem tatsächlichen Mordfall beruhte und in dem ein Großteil der Dorfbewohner als Laiendarsteller mitwirkte. Wie schon im Vorgängerfilm behandelt Philibert auch hier wieder die großen Themen Zeit, Vergänglichkeit und Erinnerung auf äußerst subtile und gerade deshalb so anrührende und nachwirkende Weise. Er nimmt sich viel Zeit, klebt nicht sklavisch an seinem Thema, sondern schaut und hört zu, erzählt und lässt erzählen. So wird die “Rückkehr in die Normandie” nach und nach zu einem Film über das Leben an sich.
Wer bei Musik aus Kalifornien sonnig beschwingte Klänger erwartet, wird bei Emily Jane White nicht fündig. Die Musikerin aus San Francisco beschwört in ihren sparsam instrumentierten Folksongs eher die dunkle Seite der menschlichen Seele. Hoffnungslos klingt das nicht, aber als Soundtrack zum Surfen ist ihr Debutalbum “Dark Undercoat” auch nicht gerade geeignet. Seit sie den Titelsong zu Cam Archers Film “Wild Tigers I Have Known” geschrieben hat, zählt sie in den USA zu den spannendsten Songwriterinnen. Ihr Musik ist auf jeden Fall für alle eine Entdeckung wert, denen Cat Power zu glatt und Laura Veirs einen Tick zu abgehoben ist.