Monatsarchiv für Juni 2008

 
 

Satz des Tages

“Das sind ja alles surrealistische Sätze! Ich wäre ein richtig guter Surrealist gewesen, aber ich war ja so ein Einzelidiot!”


Herbert Achternbusch
anlässlich der Sichtung seiner Filme für die SZ zur Retrospektive beim Münchner Filmfest.

Band der Woche: The Virgins

Vorsicht, Hype-Gefahr! Aus New York kommt die junge Band The Virgins mit herrlichem Schrammel-Gitarren-Disco-Postpoprock, der schwerstens die 80er beleiht. Das Debutalbum ist gerade erschienen, an potentiellen Ohrwürmern herrscht kein Mangel. Wie lange das hält - keine Ahung. Aber eine schönere Single als “Private Affair” kann man sich zum Sommer kaum wünschen:


The Virgins Official

The Virgins bei Myspace

Ausflug gefällig?

franz marc museum

Kunstinteressierte zieht es derzeit wieder verstärkt ins “Blaue Land” zwischen Kochel- und Walchensee. Grund ist die Wiedereröffnung des Franz-Marc-Museums in Kochel am See (Foto: © Roger Frei). Mit einem neuen Anbau präsentiert das Haus nun endlich angemessen die Werke Franz Marcs und schlägt gelungen den Bogen zwischen dem “Blauen Reiter” und parallelen küntlerischen Zeitströmungen inklusive deren Wirkkraft. Ein besonderes Highlight sind die vielen Ausblicke, die den geschlossenen Kunstraum zur Natur hin öffnen und die eindrucksvolle Seenlandschaft zwischen Herzogstand und Heimgarten als Einflussgeber der Künstler unmittelbar begreifbar machen. Ein empfehlenswerter Ausflug also auch im Sommer, vielleicht im Anschluss an die Bergtour oder das Badevergnügen.

Neues von Sigur Rós

Die Combo Sigur Rós aus Island hat ihr neues Album veröffentlicht. Unter dem wenig eingängigen Titel “Með suð í eyrum við spilum endalaust” verfolgen sie die in den letzten Jahren eingeschlagene Richtung weiter, d.h. weniger Bombast, akustischeres Klangbild, verspielter als auf früheren Alben. Fast schon poppig, aber halt auf die isländische Weise. Das komplette, durchaus gelungene Album kann man hier als Stream hören.

Mixtape

Nicht verpassen: Heute ist das neue Cultpilot-Mixtape auf Byte.FM zu hören. Von 17 bis 18 Uhr gibt es diesmal fast ausschließlich neu erschienene Musik quer durch sämtliche Stilrichtungen, vom Postpunkt von My Federation über Gustavs fröhlich gestimmte Endzeitlieder bis hin zu Marc Ribots jüngsten Gitarrengewittern, und nicht zu vergessen: Die Münchner Neuentdeckung Rosalie & Jakob. Und natürlich noch viel mehr…

Filmstart der Woche: Rückkehr in die Normandie

Der französische Dokumentarfilmer Nicolas Philibert ist vor ein paar Jahren durch die anrührende Studie “Sein und Haben” über eine Zwergenschule in der Provinz bekannt geworden. In seinem neuen Film kehrt er in ein Dorf in der Normandie zurück, in dem er vor dreißig Jahren als Regieassistent Dreharbeiten zur einem Historienfilm von René Allio begleitete, der auf einem tatsächlichen Mordfall beruhte und in dem ein Großteil der Dorfbewohner als Laiendarsteller mitwirkte. Wie schon im Vorgängerfilm behandelt Philibert auch hier wieder die großen Themen Zeit, Vergänglichkeit und Erinnerung auf äußerst subtile und gerade deshalb so anrührende und nachwirkende Weise. Er nimmt sich viel Zeit, klebt nicht sklavisch an seinem Thema, sondern schaut und hört zu, erzählt und lässt erzählen. So wird die “Rückkehr in die Normandie” nach und nach zu einem Film über das Leben an sich.


Offizielle Filmseite

Auch ab 26. Juni neu im Kino:

All The Boys Love Mandy Lane
Charlie Bartlett
Die Frau und der Fremde
La Paloma
Maroa
Ruinen
XXY

Satz des Tages

“Gott ist ein Schokoladen-Osterhase und darf nicht gebissen und gegessen werden.”

Aus “Der junge Mönch” von Herbert Achternbusch

DGS Kapitel Sechs: Der Gefährte oder Wie man einen Qumpulianer vor dem Ertrinken rettet

Prolog: Aufbruch nach Irgendwo

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DGS Kapitel Sieben: Der Gefährte oder wie man einen Qumpulianer vor dem Ertrinken rettet (Witterung aufgenommen) im Juli

Musikerin der Woche: Emily Jane White

Wer bei Musik aus Kalifornien sonnig beschwingte Klänger erwartet, wird bei Emily Jane White nicht fündig. Die Musikerin aus San Francisco beschwört in ihren sparsam instrumentierten Folksongs eher die dunkle Seite der menschlichen Seele. Hoffnungslos klingt das nicht, aber als Soundtrack zum Surfen ist ihr Debutalbum “Dark Undercoat” auch nicht gerade geeignet. Seit sie den Titelsong zu Cam Archers Film “Wild Tigers I Have Known” geschrieben hat, zählt sie in den USA zu den spannendsten Songwriterinnen. Ihr Musik ist auf jeden Fall für alle eine Entdeckung wert, denen Cat Power zu glatt und Laura Veirs einen Tick zu abgehoben ist.

Herrenmusik

herrenmagazin

Die zahlreichen Fans warten schon lange darauf, jetzt ist es endlich soweit: Die Hamburger Combo Herrenmagazin, seit längerem für schwungvolle Rockmusik bekannt, hat jetzt ihr erstes Album “Atzelgift” (benannt nach einem staatlich anerkannten Erholungsort in Rheinland Pfalz) veröffentlicht. Das ist insofern sehr erfreulich, als die Songs durchweg eine krfatvolle Unbefangenheit atmen, und auch textlich voll und ganz überzeugen. Viele laute Gitarren, aber keine Kraftmeierei. Ab Juli auch wieder auf Tour. (Foto: ©Herrenmagazin)

Herrenmagazin Official
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