Monatsarchiv für April 2008

 
 

Scarlett singt jetzt auch

Hier der Anwärter auf die schlimmste Song-Interpretation des Jahres: Scarlett Johansson singt “Falling Down” aus ihrem Album “Anywhere I Lay My Head”, welches ausschließlich Tom-Waits-Covers beinhaltet und am 16. Mai erscheinen soll.

Filmstart der Woche: 1. Mai - Helden bei der Arbeit

Der Film zum Datum. Vier deutsche Regisseure haben sich für einen gemeinsamen Episodenfilm Regeln gesetzt:

1. Alle Geschichten spielen in denselben 24 Stunden, vom Morgen des 1.Mai bis zum Morgen des 2. Mai.
2. Jede Geschichte ist 20-30 Minuten lang.
3. Jede Geschichte muss 5-8 Minuten tagsüber in Außensets in Kreuzberg am 1. Mai spielen. Jedes Team muss diese essentiellen Bilder während des tatsächlichen Demonstrationstags am 1. Mai 2006 in Kreuzberg – mitten im Geschehen, ohne Abschottung und ohne Drehgenehmigung– inszenieren. Dazu ist nur ein kleines Team erlaubt, bestehend aus Regisseur, Kameramann, Schauspielern, Tonmann und Aufnahmeleiter.
4. Jede Geschichte weist mindestens fünf mögliche Cliffhanger Szenen auf. Die Geschichten folgen dem realen Zeitablauf des Tages, d.h. sie werden nicht nacheinander sondern parallel montiert.
5. Alle Geschichten enden morgens, am 2. Mai in der Notaufnahme des Urban Krankenhaus in Kreuzberg. Inhaltlich gab es neben diesen formalen Regeln nur eine einzige Vorgabe: Jede Geschichte muss von einem Protagonisten handeln, der unter großem persönlichem Druck steht. Jede Figur erhofft sich vom 1. Mai eine Art Ventil für diesen Druck, einen Ausweg aus der eigenen Situation. Und jeder einzelne der Protagonisten wird am Ende in seinen Erwartungen enttäuscht und etwas völlig Neues für sich selbst erfahren.

Daraus entstanden ist ein packender und hervorragend besetzter Film, der nach Pleiten wie “Der Rote Baron” oder “Up! Up! To The Sky” endlich wieder Lust auf deutsches Kino macht.

Eine ausführliche Kritik bei den 5 Filmfreunden.
Offizielle FilmWebseite

Außerdem diese Woche neu in den Kinos:

African Adventure 3-D
Blind Wedding
Eine Hochzeit und Andere Kuriositäten
Ekkelins Knecht
Glue
Iron Man
Meine Mutter, mein Bruder und ich!
Memory Books
Die Roten Drachen und das Dach der Welt
Urmel voll in Fahrt
Was am Ende zählt

Für die Coldplay-Fans

Wem Coldplay seit der letzten Platte noch nicht zu langweilig geworden sind, der kann ab heute 13.15h für genau eine Woche die neue Single “Violet Hill” auf der Bandwebsite kostenlos downloaden. Das neue Album soll im Juni unter dem Titel “Viva la vida Or Death And All His Friends” erscheinen.

via Nicorola

Worte des Tages

“Je dümmer eine Entscheidung ist, desto leichter ist sie zu treffen. Und wenn man sie erst mal getroffen hat, weiß man wenigstes, was man von sich zu halten hat.”

aus Heißer Herbst von Philippe Djian

Cultpilot Goes Radio

Ein Hinweis vorab: Am 15. Mai präsentiert der Cultpilot zwischen 17 und 18 Uhr das erste Mixtape beim immer wieder empfehlenswerten Webradio byte.fm. Eine Stunde neue und alte Platten - viel gute und entdeckenswerte Musik. Ab dann regelmäßig… die Termine gebe ich jeweils rechtzeitig bekannt.

Rieders Digest: Samba mit Fernanda

Samba mit Fernanda

Ich weiss gar nicht, wie lang wir zusammen waren. Ein paar Jahre schon. Ist auch egal, auf jeden Fall zu lang. Jetzt hab ich Fernanda. Ein Bekannter, der Portugiesisch kann, hat mir gesagt, dass man das A in der Mitte so aussprechen muss, wie wenn man Schnupfen hätte, FernAnda. Das ist diffizil, aber es macht Spass, FernAnda zu sagen, das klingt so teuer. Meine Frau hat einen ganz billigen Namen gehabt, war aber teuer. Die wollte auch teuer sein. Die hat sich immer teuer bewegt, teuer geredet und teuer geschaut, obwohl sie einen so billigen Namen hatte, das war anstrengend. Bei Fernanda ist es genau andersrum: Sie schaut portugiesisch, das ist viel besser. Sie hat ganz braune Augen, braune Haare und einen Impfpass. Das ist sehr gut.
Den ganzen Beitrag lesen…

Musikerin der Woche: Wallis Bird

Die Irin mit der akustischen Gitarre ist vor ein paar Jahren über den Umweg von Dublin und London in Mannheim gelandet und hat sich dort im Umfeld der Popakademie durch kraftvolle Livegigs mit ihrer kleinen Band einen guten Namen gemacht. Mittlerweile hat die 25jährige ihr erstes Album namens Spoons draußen und ist wieder auf Tour. In England supported sie derzeit Billy Bragg und vom 8. bis 17. Mai ist sie auch wieder auf deutschen Clubbühnen zu erleben. Tolle Stimme, eingängige Songs und noch nicht zu sehr Mainstream.
Hier ihr Video zum Song Blossoms In The Sky:

Wallis Bird Website
Wallis Bird bei Myspace

Radikal jung

don
Vom 27.04. bis zum 04.05. findet im Münchner Volkstheater nun schon zum vierten Mal das Festival junger Regisseure statt (Foto: ©Wolfgang Runkel, Don Quijote/schauspielfrankfurt). Es ist nicht hochgestapelt zu behaupten, dass dies eines der interessantesten Jungregie-Theaterfestivals im deutschsprachigen Raum ist. Statt mehr oder weniger willkürlich Gastspiele einzuladen, schickt Intendant Christian Stückl eine Jury durch die Lande und ließ diesmal Dramaturg Kilian Engels, Schauspielerin Annette Paulmann und Theaterkritiker C. Bernd Sucher Inszenierungen auswählen. Zu sehen sind 8 Produktionen aus Berlin, Dresden, Graz, Frankfurt, Hamburg, Jena und Stuttgart plus die Volksteater-eigene Inszenierung von Juli Zehs Schilf in der Regie von Bettina Bruinier.
Das komplette Programm gibt’s hier. Zeit für Entdeckungen…

Zu alt für die Disco?

Wen es interessiert: Madonna hat ihr neues Album “Hard Candy” veröffentlicht, das stilistisch wohl ungefähr dort ansetzt, wo das letzte aufgehört hat und unter Mithilfe von Timbaland, Justin Timberlake und Pharell Williams poppig Richtung Disco schlittert. Selbst gehört habe ich die Platte, mit Ausnahme der ersten Single “4 Minutes”, noch nicht, aber die Feuilletonschreiber der “etablierten” Medien überbieten sich schon darin, mehr oder weniger Schlaues zu Madonna zu berichten - ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Während Caroline von Lotzow in der Süddeutschen schon leise bewundernd das Alterswerk entstehen sieht und Edo Reents in der FAZ in die laute Begeisterung des Fans verfällt, behauptet Michael Pilz in der Welt, Madonna verkaufe sich “unter Wert”.

Lola rennt

In Berlin wurde gestern der Deutsche Filmpreis 2008 verliehen. Und die größte Überraschung des Abends war die Tatsache, dass sich hier endlich mal eine deutsche Filmgala nicht fade im Provinziellen verlor. Auch wenn der Start mit einer zum Big-Band-Sound singenden Barbara Schöneberger vor allem Aufschluss über die etwas instabile Intonation der Dame Aufschluss gab, Til Schweiger im Publikum grimmig dreinblickte und nach ein paar Minuten zum ersten Mal Katja Riemann im Bild war, gelang alles in allem eine unterhaltsame Veranstaltung.
Stellt sich nur die Frage, warum die Gala von der ARD nicht gleich live übertragen wurde - dann wäre den Fernsezuschauern nämlich eine peinliche Schnittpanne in der Aufzeichnung erspart geblieben, die während der Bekanntgabe des Besten Hauptdarstellers prompt zu einer mehrminütigen Zeitreise in die Vergangenheit führte. Schön wäre auch, wenn man nicht (wohl um Zeit zu sparen) Andrea Sawatzki und Christian Berkel als Preisverkündungspärchen gleich die halbe Veranstaltung über einsetzen würde. Bei einem Schwenk ins Publikum sah man Jasmin Tabatabei einmal herzhaft gähnen - das war gut nachvollziehbar. Und so erfrischend unbefangen Barbara Schöneberger als Moderatorin immer wieder sein kann: Wer hat ihr nur diese dürftigen Witzchen geschrieben?
Ansonsten aber: Viele verdiente “Lolas” (Nina Hoss, Elmar Wepper, Fatih Akin), sogar ein paar positive Überraschungen (Kameramann Benedict Neuenfels für Liebesleben, Christine Schorn als Beste Nebendarstellerin), Emotionen beim Ehrenpreis für Alexander Kluge, und mit Auf der anderen Seite ein hervorragender Gewinnerfilm.
Die komplette Liste der Preisträger gibt es hier.