Monatsarchiv für März 2008

 
 

Der Bedeutende von Robert Hültner

der bedeutende
Der Bedeutende
Die Ruhe und die Ordnung III
Schauspiel von Robert Hültner

Uraufführung im Stadttheater Landshut am 28. März 2008
Foto: Peter Litvai, ©LT Niederbayern

Regie: Stefan Tilch
Musik: Elmar Raida
Bühne: Karlheinz Beer
Kostüme: Anneliese Adelwart
Mit: Olaf Schürmann, Paula-Maria Kirschner, Reinhard Peer, Maria Magdalena Rabl, Andreas Schwaiger, Klemens Neuwirth, Antonia Reidl, Jochen Decker, Moritz Katzmair,
Jan Baum u.a.

Der bayerische Autor Robert Hültner ist mit seinen Kriminalromanen um Inspektor Kajetan bekannt geworden. Nach dem viel beachteten Debut Walching erhielt er für Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski sowie Die Godin den Deutschen Krimipreis. Wenig bekannt ist, dass Hültner seit ein paar Jahren auch regelmäßig fürs Theater schreibt. Sein Stammhaus ist das Stadttheater Landshut, wo er mit Der Bedeutende nun sein auf drei Jahre angelegtes Triptychon Die Ruhe und die Ordnung, über die bayerische Geschichte direkt nach dem ersten Weltkrieg, abgeschlossen hat. Für die Uraufführung, die am 28.03. Premiere hatte, zeichnet Regisseur Stefan Tilch, seines Zeichens auch Intendant des Landestheater Niederbayern, verantwortlich.

Der Theaterautor Hültner baut in seinen Theaterstücken auf das, was auch seine Kriminalromane beliebt und lesenswert macht: Eine stringente, fast filmisch gebaute Handlung mit reizvollem, gründlich recherchiertem historischem Zeitkolorit (bevorzugt die Jahre kurz nach dem ersten Weltkrieg) und präzisen Dialogen (häufig im bayerischen Idiom), die nicht auf die Pointe schielen, selbige aber auch gerne mal mitnehmen. Eine solche Herangehensweise mutet heutzutage am deutschsprachigen Stadttheater fast schon exotisch an, hat aber, sozusagen als deutsche Version des britischen „Well-Made-Play“, durchaus seine Berechtigung – wenn der Regisseur nicht den Fehler begeht, tief gründeln zu wollen oder zu sehr mit dem belehrenden Zeigefinger wedelt. Das hat Tilch vermieden.

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Musiker der Woche: Robert Forster

Robert Forster ist als Sänger, Gitarrist und brillanter Songschreiber der Go-Betweens fast berühmt geworden. Nach dem viel zu frühen Tod von Grant McLennan am 06. Mai 2006 und dem Ende der grandiosen Band veröffentlicht er jetzt am 04. April ein neues und sehr gelungenes Soloalbum mit dem Titel The Evangelist. Robert Forster in eigenen Worten zum neuen Album:

“Es umfasst 10 Songs und ist mein erstes Soloalbum seit 11 Jahren. Im Mai 2006 starb Grant McLennan, mein songschreibender Partner, und das bedeutete das Ende der Go-Betweens. Ich war mir nicht sicher, ob ich jemals wieder eine Platte aufnehmen würde, aber in diesem Sommer ist sie einfach zustande gekommen. Es ist ein sehr ehrliches Album. Sieben der Songs habe ich geschrieben und drei entstanden in Zusammenarbeit mit Grant. Adele und Glenn von den Go-Betweens sind mit von der Partie. Es ist kein zweites Oceans Apart - es ist etwas anderes, allerdings mit Spuren in die Vergangenheit, und ich bin stolz darauf.”

Zum Vorfreuen hier das Video zu Cryin’ Love von seiner Soloplatte Warm Nights aus dem Jahre 1996:

Film vorab: Football Under Cover

football under cover

Football Under Cover
Deutschland 2007
Regie: Ayat Najafi, David Assmann
Kinostart: 24.04.2008

TRIUMPH DER NAIVITÄT

Ein Iraner erzählt zwei Deutschen, dass es im Iran eine Frauen-Fußballnationalmannschaft gibt, die immer nur trainiert, aber noch kein einziges Spiel gespielt hat. Die Deutsche sagt: „Prima, ich spiele in der Kreuzberger Mädchenbezirksmannschaft, wir sollten gegen die Iranerinnen spielen!“ Und weil ihr Bruder Filmemacher ist und der Iraner auch Filmemacher ist, beschließen die Drei ein Fußballspiel zwischen den beiden Mannschaften zu organisieren und das Ganze filmisch zu dokumentieren.

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Theater gegen Rechts

Das Theater Augsburg engagiert sich gegen rechte Gewalt und Rassismus. Anlass ist die Ankündigung eines Marsches der Nationale Offensive Augsburg am 29.03. durch die Innenstadt. Deshalb sind alle Augsburgerinnen und Augsburger am Samstag zu einer breiten Teilnahme an den Gegenveranstaltungen aufgerufen: Ab 14.00h organisieren Mitarbeiter des Theaters ein Programm und gegen 15.30h werden das Bündnis für Menschenwürde, DGB und Kirchen am Theater Augsburg eintreffen, um gemeinsam Flagge gegen Rechts zu zeigen.

Zither 7: Jetzt wird gezithert

Im Münchner Kulturzentrum Gasteig findet vom 28. bis 30. März das Festival Zither 7 statt, das sich voll und ganz dem eigenwilligen Zupfinstrument widmet. Das umfangreiche Programm mit vielen Konzerten renommierter Künstler bietet einen eindrucksvollen Überblick über die aktuelle Szene und beweist, dass die Zither nicht nur in der Volksmusik eine stilistische Heimat findet, sondern mittlerweile in nahezu sämtlichen Stilrichtungen eingesetzt wird.
Hier ein kurzes Hörbeispiel des Tirolers Martin Mallaun, der auf seiner CD Zwischen Steinen neue Klangwege beschreitet:

R.I.P. Richard Widmark

Richard Widmark, einer der ganz großen Schauspieler des US-Kinos, ist am Montag im Alter von 93 Jahren in Roxbury, Connecticut gestorben. Hier der Trailer zum Film Noir Night And The City von Jules Dassin, in dem Widmark eine seiner interessantesten Rollen spielte:

Death Cab For Cutie: Neues Album

Im Mai erscheint das neue Album von Ben Gibbard und Co. mit dem Titel Narrow Stairs. Die erste ungewöhnlich lange aber faszinierende Single I Will Possess Your Heart ist schon vorab auf der Myspace-Seite von Death Cab For Cutie als Stream zu hören. Nicht irritieren lassen: Der Song ist kein Instrumental - der Gesang setzt nach ein paar Minuten doch noch ein. Bis dahin kann man sich an der schönen Bassline und den atmosphärischen Sounds erfreuen. Erinnert fast ein wenig an die späteren Talk Talk. Tourdaten der Band gibt es bis jetzt nur für die USA und Japan.

Filmstart der Woche: Schmetterling und Taucherglocke

Der amerikanische Künstler und Filmemacher Julian Schnabel hat den autobiographischen Bestseller von Jean-Dominique Bauby verfilmt: Ein erfolgreicher Mann Anfang 40 fällt nach einem Hirnschlag ins Koma. Als er aufwacht stellt sich heraus, dass er am Locked-In-Syndrom leidet. Er ist nahezu komplett gelähmt und kann sich nur mit den Bewegungen seines linken Augenlids verständigen. Er diktiert ein bewegendes Buch über seinen Zustand, sein Leben und seine Phantasien, das zum weltweiten Bestseller wird. Die Verfilmung ist ein seltener Glückfall: Nicht nur wird sie der Vorlage gerecht - sie steckt voller Lebensmut und Phantasie, ohne wehleidig und sentimental zu werden - sie ist gleichzeitig wagemutig und trotzdem jederzeit zugänglich und bewegend. Außerdem ist der Soundtrack großartig. Die ausführliche Kritik gibt es hier.

Offizielle FilmWebseite

Auch ab 27.03. neu im Kino:

Daddy ohne Plan
Half Nelson
Jumper
Kontakt
Meer is nich
Princess
Sunkissed
Tanz mit der Zeit
Vielleicht, vielleicht auch nicht

Welches Glück?

glueck welches glueck
Fast das ganze Jahr über kann man sich im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden die Glücksfrage stellen. Dort ist bis 02.11.2008 die Ausstellung Glück - welches Glück? zu sehen. Ein zeitlos aktuelles Thema, dem sich das Museum auf erlebnisorientierte Weise nähert. Der afrikanische Künstler Meschac Gaba hat sieben Räume konzipiert, in die sich die Schau gliedert: Liebe, Restaurant, Sport, Neuronen, Musik, Körper und Fortuna bilden das Koordinatensystem, anhand dessen unsere Vorstellung vom Glücksbegriff untersucht wird.

Wer schnell ist, kann im selben Hause noch bis 30.03. eine ebenfalls sehr interessante Ausstellung des Kunstmuseums Bern mit dem Titel Six Feet Under - Autopsie unseres Umgangs mit Toten besuchen.

DGS Kapitel Zwei: Ausge-X-t

dgs kapitel zwei
DGS Kapitel Drei: Das Tor am 07.04.2008