Wie schon angekündigt, unternehmen wir ab sofort Ausflüge zu deutschen Theatern, die eher selten in der überregionalen Presse vertreten sind. Die Berichterstattung über die immer selben großen Häuser langweilt, genauso wie die alljährliche Auswahl zum Berliner Theatertreffen nur einen Bruchteil der aktiven Theaterlandschaft beleuchtet. Deshalb unterwegs zur einer Uraufführung in Tübingen:

“Heimlich Bestialisch - I Can Wait To Love In Heaven”
von Claudia Grehn (Heinrich-von-Kleist-Förderpreis 2007), Uraufführung
Werkstatt des Landestheaters Tübingen am 23.02.2008.
Regie: Dietrich Sagert
Ausstattung: Sabina Moncys
Mit: Katja Bramm, Ulrike Euen, Danny Exnar, Katja Gaudard, Daniela Keckeis, Marius Marx, Nicola Schößler
Es war eine große Aufgabe, der sich das LTT mit der Uraufführung von “Heimlich Bestialisch - I Can Wait To Love In Heaven” stellte. Die 26-jährige Autorin Claudia Grehn verdichtet in ihrem ungewöhnlichen Text auf uneitle, nüchtern dokumentarische Weise kurze Szenen, Bruch- und Erinnerungsstücke zur Zeitreise durch das Panoptikum eines vorzeitig ausgebremsten Lebens. Und sie verzichtet dabei weitgehend auf poetische Gefälligkeiten, klare Handlungsstränge und unmittelbar greifbare Charaktere.
Heiner, um die 40, erhält die niederschmetternde Diagnose “Hirntumor” und muss sich die Frage stellen: “Wie weglaufen, wenn der Krieg im eigenen Körper ausbricht?”.
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