Das war ein schönes Theater:
Platz Mangel, Regie: Christoph Marthaler, Rote Fabrik, Zürich
Weil Marthaler nach gefühlten Ewigkeiten mit seinen Lieblingsschauspielern wieder im Züricher Off Theater machte und es jenen Kritikern zeigte, die ihn zwischendurch für ausgebrannt und out hielten.
Drei Schwestern, Regie: Andreas Kriegenburg, Münchner Kammerspiele
Weil Andreas Kriegenburgs Bildertheater aus Tschechows berühmtestem Stück einen berührend melancholisch-musikalischen Abend strickte und die Masken prägenden Eindruck hinterließen, auch wenn das Akkordeon mindestens einmal zu oft erklang.
Der Gott des Gemetzels, Regie: Jürgen Gosch, Schauspielhaus Zürich
Weil Yasmina Rezas Dialoge bildungsbürgerlichen Dünpfiff schonungslos entlarven und Jürgen Gosch sein Ensemble zu keinem Zeitpunkt in die Boulevardfalle führte.
Alice in Wonderland, Regie: Achim Freyer, Bayerische Staatsoper, München
Weil Unsuk Chin beweist, dass Neue Musik zugänglich sein kann und Achim Freyers phantastische Bühnen-, Licht- und Kostümwelt aus der Oper ein schönes Kinderspiel für Erwachsene machte.